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Am 15.9. hat der Hauptausschuss einstimmig (!) folgenden konkreten Beschluss zum Thema Seilbahn gefasst:

  • Vorbereitung der Auftragsvergabe für eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Seilbahnverbindung (im Bonner Süden).
  • Die Machbarkeitsstudie soll die Verbindung vom Universitätsklinikum über den UN-Campus und den Rhein bis nach Beuel umfassen.
  • Die Machbarkeitsstudie wird in den nächsten Wochen, spätestens aber bis zum Jahresende 2015 in Auftrag gegeben.

Das Thema wurde im Zusammenhang mit dem Beschluss für die weiteren Schritte des Verkehrskonzepts rund um die Universitätsklinik gefasst. Den ursprünglich anstehenden geringeren Umfang der Machbarkeitsstudie (nur bis zum UN-Campus) konnten wir durch intensive Informationen und Gespräche mit den relevanten Fraktionen im Vorfeld der Sitzung erweitern.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Sehr geehrte Damen und Herren der Ratsfraktionen,

die unterzeichnenden Verbände treten für eine zukunftsfähige, nachhaltige Verbesserung des innerstädtischen Verkehrs in Bonn ein.

Wir befürworten daher nachdrücklich die Planung und Umsetzung einer Seilbahnverbindung zu den Unikliniken auf dem Venusberg und freuen uns, dass alle Bonner Ratsfraktionen in der Sitzung des Hauptausschusses am 15. 09. 2015 eine Machbarkeitsstudie hierfür als erste Stufe in Auftrag geben wollen.

Auf der Strecke zum Venusberg sind Alternativen zum Autoverkehr besonders vordringlich. Der bestehende Busverkehr auf dieser Strecke verfügt nicht über die entsprechenden Kapazitäten, um die dringend erforderliche Entlastung zu bewältigen. Hier bietet sich als ideale Alternative eine in das bestehende ÖPNV-Netz integrierte urbane Seilbahn an. Eine Seilbahnverbindung zum Venusberg böte die Möglichkeit, von den ÖPNV-Haltestellen aus als Fußgänger und Radfahrer in die Seilbahn umzusteigen und so Entfernungen und Höhenunterschiede bequem und in wenigen Minuten zu überwinden und damit spürbar zur Entlastung des Autoverkehrs beizutragen.

Wir unterstützen die derzeitige Planung der Streckenführung mit den Haltestellen Venusberg – Dottendorf - UN-Campus zur Anbindung möglichst vieler Arbeitsplätze an der B9 und in Rheinnähe.

Aus unserer Sicht stellt darüber hinaus eine Rhein-Querung der Seilbahn eine logische Weiterentwicklung des Projekts dar. Mit der Verknüpfung zu einem Haltepunkt T-Mobile in Ramersdorf und der kommenden S13 wäre auch eine Vielzahl der rechtsrheinischen Arbeitsplätze an das neue Verkehrssystem angebunden. Mit der Rhein-Querung könnte sowohl unter dem Aspekt der Alltagsmobilität wie auch insbesondere unter touristischen Gesichtspunkten die Auslastung und Attraktivität der Seilbahn nochmals deutlich gesteigert werden.

In vielen Metropolen der Welt werden Seilbahnen bereits sehr erfolgreich für den täglichen Nahverkehr eingesetzt und somit nicht mehr nur aus dem Blickwinkel der touristischen Nutzung konzipiert und umgesetzt. Stadtseilbahnen sind preiswert und schonen die Umwelt (siehe z.B. Focus, Ausgabe 18/2015).

Voraussetzung einer Planung ist eine Machbarkeitsstudie, in der die finanziellen und technischen Rahmenbedingungen untersucht werden. Die Finanzierung der Studie ist nach § 11 Abs. 2 ÖPNV Gesetz gesichert.

Die unterzeichnenden Verbände fordern die Stadt Bonn deshalb auf, in der Sitzung des Hauptausschusses am 15. 09. 2015 die Machbarkeitsstudie für die urbane Seilbahn in Auftrag zu geben.

Mit freundlichen Grüßen

 

Die unterzeichnenden Verbände

 

ADFC - Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) Bonn/Rhein-Sieg                         gez. Annette Quadvlieg

VCD - Verkehrsclub Deutschland Bonn/Rhein-Sieg/Ahr                                      gez. Wolfgang Groß

BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Kreisgruppe Bonn        gez. Dieter Vollrath

Verkehrsforum Bonner Bürgerinitiativen                                                               gez. Ilse Maresch

Anwohnerinitiative Venusberg                                                                              gez. Barbara Dreymann

Lebenswerte Siebengebirgsregion                                                                       gez. Anna Küpper-Oszwald

BUB – Bürgeraktion Umweltschutz Bonn                                                             gez. Manfred Roth

Ein zentraler Tagesordnungspunkt im letzten Planungsausschuss der Stadt Bonn war die vorliegende gutachterliche Bewertung (s. letzten Newsartikel) zur Minimierung des Verkehrsaufkommens rund um den Venusberg und die hierauf aufsetzenden nächsten Schritte.
Allein sechs Drucksachen befassten sich in dieser Sitzung mit unserem Thema. Bereits nach kurzer Debatte waren sich die Ausschussmitglieder einig:

Die Verkehrsbelastung auf dem Venusberg muss umgehend mit konkreten Schritten reduziert werden. Das Gutachten ist dazu eine gute Planungsgrundlage. Fördermittelanträge sind von der Verwaltung vorzubereiten und rechtzeitig zu stellen.

 

Alle Fraktionen schlossen sich dem Antrag der Regierungskoalition von CDU, GÜNEN und FDP (Link auf Koalitions-Antrag) an und beauftragten die Verwaltung mit folgenden konkreten Schritten:

 

1) Fortführung des Runden Tisches (Bürgerbeteiligung), um die Umsetzung der im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen zu bewerten und sicherzustellen.

2) Regelmäßige Informationen an die politischen Gremien über die Maßnahmen der Verkehrsentlastung.

3) Abgleich des betrieblichen Mobilitätsmanagements des Universitätsklinikums und der Vorschläge des Gutachtens und Einbeziehung in die Beratungen des Runden Tisches.

4) Entwurf eines Vertrages zwischen der Stadt Bonn und dem Universitätsklinikum, in dem die Konzeption und Realisierung von Maßnahmen zur Verkehrsentlastung in einem konkreten Zeitraum als Zielvereinbarung festgelegt werden.

5) Vorbereitung der Auftragsvergabe für eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Seilbahnverbindung zum Universitätsklinikum unter Berücksichtigung einer möglichen Verbindung zum UN-Campus und einer Verlängerung über den Rhein nach Beuel.

6) Dem Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz wird über den Fortgang in der nächsten Sitzung berichtet.

Die parallel vorliegenden Anträge von SPD (Link auf SPD-Antrag) / BBB (Link auf BBB-Antrag) wurden ergänzend aufgenommen:

7a) Die Verwaltung berichtet über Methodik und Ergebnisse des genannten Gutachtens.

b) Die Verwaltung stellt dar, welche weiteren Handlungsschritte auf Basis des Gut­achtens geplant sind und nennt eine Zeitschiene für das weitere Vorgehen.

8 a) Der Oberbürgermeister legt dar, wie er gedenkt, die bereits heute als kritisch anzusehende Verkehrssituation auf dem Venusberg unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich vorliegenden gutachterlichen Bewertung und angesichts der sich absehbar ergebenden Zusatzverkehre nach Fertigstellung des Eltern-Kind-Zentrums (ElKi) zu regulieren bzw. auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.

b) Der Oberbürgermeister wird beauftragt einen Masterplan für ein Mobilitätsmanage­mentkonzept auf dem Venusberg zu erstellen, in dem die empfohlenen Einzel­maßnahmen der gutachterlichen Bewertung aus April 2015 in ein schrittweises Umsetzungskonzept einbezogen werden.

 

Einstimmig (!) beschlossen die Fraktionen alle acht Punkte.

Dies ist ein weiterer, wichtiger Teilerfolg unserer Bemühungen.

Lesen Sie selbst!

Am 23.10.2014 hat der Planungsausschuss der Stadt Bonn externe Sachverständige damit beauftragt, die am Runden Tisch erarbeiteten Einzelmaßnahmen zur Verminderung des hauptsächlich durch das UKB verursachten Verkehrs zu bewerten. Seit Anfang Mai liegt das Expertengutachten vor:

www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/15/1511823ED2.pdf

Wie dem Gutachten zu entnehmen ist, sind prioritär umzusetzende Maßnahmen im Wesentlichen ein betriebliches Mobilitätsmanagement des UKB und die Seilbahnverbindung zwischen UN-Campus und Venusberg.

Jetzt sind die politischen Entscheidungsträger aufgerufen, Ihr Wahlversprechen einzuhalten.

Der im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ELKI von der Verwaltung zugesagte städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt Bonn und dem UKB muss geschlossen werden, um die Realisierung der im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verkehrsminderung sicherzustellen. Das Gutachten macht deutlich, dass das UKB durch ein betriebliches Mobilitätsmanagement einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der Verkehrsprobleme leisten kann, dessen einzelne Komponenten Gegenstand der vertraglichen Vereinbarung sein müssen.

Des Weiteren muss an die Verwaltung der Auftrag ergehen, eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung der Seilbahnverbindung vom UN-Campus auf den Venusberg erstellen zu lassen.

Am 17.6.2015 findet die nächste Sitzung des Planungsausschusses statt. Durch folgende Mitteilungsvorlage informiert die Verwaltung den Ausschuss über die Ergebnisse des Expertengutachtens:

www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/15/1511823.pdf

Zudem gibt es sowohl eine Anfrage der SPD:

www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/15/1511829.pdf

 als auch des BBB:

www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/15/1511835.pdf