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EI N L A D U N G

zum  4. Bürgerdialog zur Machbarkeitsstudie der Seilbahn


am 22.06.2017 bereits ab 17 Uhr

in der Stadthalle Godesberg.

Dazu möchten wir auch auf die gemeinsame Stellungnahme von neuen Verbänden und Initiativen, darunter auch der AIV, hinweisen, die die Pläne der Stadt Bonn für eine Seilbahn aus ökologischen und verkehrspolitischen Gründen unterstützt.
 

8. Mai 2017


Offener Brief der Anwohner-Initiative Venusberg (AIV) zu den Aussagen der Bürgerinitiative Bonn bleibt seilbahnfrei!, vertreten durch Herrn Gundolf Reichert


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Seit Tagen verbreitet die in Dottendorf ansässige Bürgerinitiative Bonn bleibt seilbahnfrei!, vertreten durch Herrn Gundolf Reichert, ihre Einschätzung, rund um das Universitätsklinikum Bonn (UKB) auf dem Venusberg gebe es keine Verkehrsprobleme. Heute Abend lädt die Dottendorfer Bürgerinitiative zu einer Veranstaltung im Ortszentrum Dottendorf ein, auf der „überraschende Ergebnisse“ einer eigenen Verkehrszählung präsentiert werden sollen.


Auf die von der Initiative erhobenen Zahlen darf man also gespannt sein! Denn durch mehrere unabhängige Messreihen wurden die Verkehrsströme auf dem Venusberg und in Ippendorf über mehrere Tage fahrzeuggenau aufgezeichnet. Diese Messungen bestätigen das Empfinden der Anwohner, Klinikmitarbeiter, Patienten und ihrer Besucher eines signifikant hohen und zunehmenden Verkehrsaufkommens. Darüber hinaus zeigen die Messungen der SWB eine weit über die Kapazitätsgrenzen der Busse hinausgehende Auslastung, die den täglichen Einsatz von Entlastungsbussen zu Stoßzeiten erforderlich macht.


Seit Monaten führt die Dottendorfer Bürgerinitiative Argumente gegen eine Seilbahn an, die jeder Grundlage entbehren. Die für eine reelle Bewertung der Kosten und Nutzen einer Seilbahn erforderlichen Daten und Fakten sind Gegenstand einer umfangreichen Machbarkeitsstudie, die der Öffentlichkeit in den kommenden Tagen präsentiert werden soll. Erst dann wird eine sachliche Diskussion geführt werden können. Mit Behauptungen die Stimmung in Dottendorf weiter anzuheizen ist einer qualifizierte Auseinandersetzung jedoch nicht dienlich - hat doch Herr Reichert in einem kürzlich geführten Gespräch mit Vertretern der AIV mehrfach betont, dass es wichtig sei, die Diskussion sachlich zu führen und nicht einen Stadtteil gegen den andere aufzubringen.

 

Der AIV ist an einer Diskussion gelegen, die sich an den durch die Machbarkeitsstudie ermittelten Daten und Fakten orientiert.

Informationen zu den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie erhalten Sie auf dem 3. Bürgerdialog der Stadt Bonn am 16. Mai um 19 Uhr in der Aula der Gesamtschule Bonns Fünfte, Eingang August-Bier-Straße 2.

Für die Anwohner-Initiative Venusberg

Barbara Dreymann Christoph Sartoris

 

„Uniklinikum will neues Parkhaus bauen“ (Link auf GA-Artikel) erschienen im GA am 27.01.2017

 

Der Artikel beginnt mit der Feststellung „Lange Staus an der Einfahrt zum Universitätsklinikum Bonn und suchend in den Parkhäusern umherirrende Besucher sind (…) das normale Bild“. Ergänzen müsste man noch, dass die PKW-Fahrer zuvor in den angrenzenden Wohngebieten auf der Suche nach einer kostenfreien Parkmöglichkeit bereits lange erfolglos herumgefahren sind. Die hier noch vorhandenen Kapazitäten sind, wie jeden Wochentag, seit den frühen Morgenstunden bereits durch das Klinikpersonal vollständig belegt.

Die stellvertretende Pressesprecherin des UKB verspricht im vorliegenden Artikel Besserung durch ein neues Parkhaus an der Hauptpforte – im Jahre 2025! Wer glaubt, dass dieses Vorhaben Abhilfe schaffen würde, lässt sich gehörig hinters Licht führen. Das Gebäude entsteht auf dem Gelände des derzeitigen Parkhauses (mit einer Kapazität von 355 Plätzen) und bedient die gesetzlichen Vorgaben für die Baugenehmigung des neuen Eltern-Kind-Zentrums (Neu-Bedarf von 140 Stellplätzen, Ersatzbedarf für wegfallende Plätze im Baugebiet von 160 Stellplätzen), welches derzeit auf dem UKB-Gelände gebaut wird. Im Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan (Nr. 7818-16) des Eltern-Kind-Zentrums vom 17.10.2014 wird die Kapazität des neuen Parkhaus-Mitte auf 744 Stellplätze taxiert. Bis zu dessen Fertigstellung im Jahre 2025 hätte das Parkhaus somit lediglich eine rechnerische Mehrkapazität von 90 Stellplätzen.

Nach den Ausführungen der Pressestelle des UKB im obigen Artikel plant das Klinikum jetzt nur mit lediglich 500 Plätzen. Da erwartet uns ein Defizit von 154 Stellflächen. Interne Gutachten des UKB gehen im Vergleich zu heute bis 2025 von einer bis zu 50%igen Zunahme des PKW-Verkehrs im Quartier aus.

Lasst uns weiter die Augen fest geschlossen halten und untätig ausharren. Dann geschieht vielleicht ein Wunder, sicherlich aber noch größeres Chaos mit unabsehbaren Folgen nicht nur für die Patienten des UKB.

Die Anwohner-Initiative Venusberg fordert, dass im laufenden Verfahren der Seilbahn-Machbarkeitsanalyse

  • die Kriterien für die Bewertung der einzelnen Trassenvarianten klar definiert und trennscharf unterschieden werden,
  • diese Kriterien bei der Auswahl der priorisierten Trassen transparent angewandt werden,
  • die Diskussion ergebnisoffen geführt wird.

Wir begrüßen daher die Entscheidung der Stadtverwaltung, den für den 3. November geplanten Workshop im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit am Seilbahnprojekt zu verschieben. Denn bevor ausgewählte Trassenoptionen festgelegt und näher geprüft werden, müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

1) Wahl des Verkehrsmodells VEP 2020 als alleinige Basis für die Berechnung der Nachfrage

Das Verkehrsmodell VEP 2020 stellt eine veraltete Grundlage für die Berechnung der aktuellen Nachfrage und Situation im Jahr 2030 dar. Die vorliegenden aktuellen Gutachten, auf die sich Herr Haux in seiner Präsentation beim 1. Bürgerdialog bezogen hat, gehen von einer deutlich angespannteren Verkehrssituation bereits im Jahre 2025 als Bezugsfall aus (Steigerung teilweise um über 50%). Somit wird die Nachfrage nach Nahverkehrsdienstleistungen deutlich höher ausfallen als bei Verwendung allein des Verkehrsmodells VEP 2020.

Eine solide Berechnung und Bewertung sollte diese Ergebnisse bereits vorliegender Gutachten beinhalten.

2) Auswahl der Kriterien für die Erstbewertung der Trassenvarianten

Die Kriterien der Erstbewertung sind unvollständig und die vorgenommene Bewertung ist einseitig.

Auswahl der Kriterien  

  • Eines der wesentlichsten Bewertungskriterien, das Fahrgastaufkommen, fehlt. Auch für die Wirtschaftlichkeit ist das Nachfragepotential von entscheidender Bedeutung.
  • Der Verlagerungseffekt von Pkw-Fahrten auf den Venusberg ist ebenfalls nicht als Bewertungskriterium aufgenommen worden, obwohl die verschiedenen Varianten hierzu signifikante Unterschiede aufweisen.
  • Die fehlenden Definitionen der Kriterien führen zu einer mangelnden Trennschärfe und potentiellen Doppelbewertung von Einzelaspekten.

Bewertung der Varianten

  • Bezüglich der Verbindung von Arbeitsplatzschwerpunkten müsste Variante 1 am Rande des Klinikgeländes den anderen Varianten nachgeordnet sein, da eine Seilbahnstation im Zentrum des Klinikgeländes den ÖPNV für eine größere Anzahl von Klinikmitarbeitern interessant machen würde. 
  • Fehlerhaft ist die Bewertung der Varianten 1 und 2a im Hinblick auf das „Risiko Gebäudeüberschwebung“. Variante 1 führt über bebautes Klinikgelände, Variante 2a ausschließlich über Waldgebiet. 
  • Fehlerhaft ist auch die Bewertung „Risiko hohe Gebäude“, da Variante 2a ausschließlich über Waldgebiet führt.

Das Fazit der Hochgewichtung „Verbindung Arbeitsplatzschwerpunkte“ und „Tourismus“ ist nicht nachvollziehbar, da die Bewertung der Varianten 1, 2, 3 und 7 in diesen Punkten identisch ausfällt.

Abweichend von der Bewertung „Eingriffe in Landschaftsschutz“ wird von den Umwelt- und Naturschutzverbänden der Bau einer Stütze im Waldgebiet als unbedenklich eingestuft (relevant bei den Varianten 2a und 5).